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Die über 130-jährige Geschichte des L. Staackmann Verlags

Am 1. Oktober 1869 gründete Johannes August Ludwig Staackmann (*3.7.1830 – †13.12.1896) in Leipzig seine Buch- und Verlagshandlung L. Staackmann. Bis zur Gründung war Staackmann Mitinhaber des Verlags-, Commissions- und Barsortimentsgeschäfts von Friedrich Loewe in Leipzig gewesen, das dieser 1863 gegründet hatte und das nach dem Eintritt von Staackmann (1868) in Loewe & Staackmann umbenannt worden war.

Doch schon im Frühjahr 1869 verständigten sich beide auf eine geschäftliche Trennung. Loewe führte unter seinem Namen das Commissionsgeschäft für ausländische Literatur weiter, während Staackmann künftig unter seinem Namen das Bar-, Sortiments- und Verlagsgeschäft in der Querstraße 32-3 in Leipzig betrieb.

Wenig später, zum 1. Januar 1870 erwarb Staackmann die 1834 gegründete und zum 1. August 1864 von Hans Barth übernommene Commissionsbuchhandlung „Hans Barth“. (Hans Barth war der Enkel des berühmten Verleger Johann Ambrosius Barth und seine Vornamen waren auch die seines Großvaters. Wohl um Verwechslungen zu vermeiden, nannte er sich Hans.)

Mit der Übernahme des Barthschen Commissionsgeschäfts war der breite Unterbau der jungen Firma L. Staackmann vollendet und die Grundlage geschaffen, den weiteren Ausbau der Geschäftszweige Verlag, Barsortiment und Commissionsbuchhandlung zu betreiben. Alfred Staackmann (*21.5.1876 - †2.3.1941), der älteste Sohn, trat 1896 mit 23 Jahren das elterliche Erbe an. Zum 1. Januar 1903 wurde sein jüngerer Bruder Johannes (genannt Hans) Staackmann (*7.5.1878 - †4.7.1933) Mitgesellschafter der Firma und Mitglied der Geschäftsleitung.

Signets des L.Staackmann Verlags 1914 - 1933

     1914                                      1915                          1923                           1933
Bis 1893 war Friedrich Spielhagen der einzige, allerdings sehr erfolgreiche Autor des L. Staackmann Verlags. Erst 1894 trat Peter Rosegger, der steiermärkische Volkserzähler, als weiterer Autor mit seiner ersten Veröffentlichung als bedeutender Neuerwerb bei Staackmann in Erscheinung. 1899 übernahm Staackmann das gesamte bis dahin erschienene literarische Werk des Heimatdichters.
Durch die Bekanntheit von Peter Rosegger und die verlegerische Initiative von Alfred Staackmann fanden viele andere österreichische und deutsche Autoren wie Willrath Dreesen, Otto Ernst (eigentlich Otto Ernst Schmidt), Emil Ertl, Georg H. C. von der Gabelentz, Friedrich von Gagern, Max Geißler, Franz Karl Ginzkey, Ludwig Grote, Oskar Gluth, Rudolf Haas, Hans Hart (Pseudonym von Hans Reichsritter von Molo), Rudolf Heubner, Hans Heyck, Robert Hohlbaum, Johannes Linke, Fritz Müller-Patenkirchen, A. de Nora, Fritz von Ostini, Gustav Renker, Karl Schneller, Karl Schönherr, Horst Schöttler, Paul Schreckenbach, Carl Conte Scrapinelli, Karl Söhle, Hans Sterneder, Karl Hans Strobl, Hans Watzlik, Heinrich Wiechmann, Anton Wildgans und der Bauernpoet Alfred Huggenberger aus der Schweiz Aufnahme in den Verlag. Sie bestimmten fortan die zeitgenössische Literatur des Verlags und machten ihn zu einem angesehenen Literaturverlag.
1914 entstand durch Betreiben des Autoren Karl Hans Strobl die Halbmonatsschrift "Der Turmhahn", die allerdings nur in 18 Ausgaben vom 1. Januar bis zum 1. Juli 1914 – nicht zuletzt wegen Ausbruch des 1. Weltkriegs – erscheinen konnte.

1931 trat Carl Baeßler, ein Neffe von Alfred Staackmann, in den Verlag ein; 1936 wurde er persönlich haftender Gesellschafter. Im Jahre 1943 errichtete er in Bamberg eine Zweigstelle, nachdem im gleichen Jahr das Leipziger Stammhaus, damit auch weitgehend das Archiv, durch Bomben zerstört war.
Die Zweigstelle in Bamberg, Vorderer Bach 8 wurde ab 1946 als selbstständiger Betrieb geführt und ab 1962 zum Sitz des L. Staackmann Verlags. Der ehemalige Hauptsitz in Leipzig wurde aufgelöst. Carl Baeßler gründete nach 1945 einen zusätzlichen Verlag unter seinem Namen. 1955 erlosch der Baeßler-Verlag durch Verschmelzung mit dem Staackmann-Verlag.

Am 1.Juli 1968 übernahm Dr. Friedrich Vogel (*30.9.1932), ein Urenkel von Ludwig Staackmann, den Verlag und mit ihm seine Autoren. Er verlegte den Sitz nach München. Er führte das bekannte Verlagsprogramm weiter und widmete sich neben den "Staackmann-Fibeln" der Pflege alpenländischer Literatur. Insbesondere ging es ihm - in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Agrarverlag in Wien - um die Wiederbelebung des Gesamtwerks von Peter Rosegger, das bis zum heutigen Tag zum Hauptrepertoire des Verlags zählt.
Seit 1998 bringt der Verlag eine naturheilkundliche Reihe heraus, von den bereits drei Bände erschienen sind. 
Dr. Friedrich Vogel verstarb am 11.3.2015. Sein Sohn Felix Vogel (*30.10.1965) übernahm ab diesem Zeitpunkt die Geschäftsführung des Verlags.

 

Signets des L.Staackmann Verlags seit 1933

     1933                    1935                                1999
 
 
Quelle: Lexikon Deutscher Verlage von 1545 - 1945 / 2800 Signete